Theologische Überzeugungen

Die Christus-Gemeinde steht zu den theologischen Grundüberzeugungen, die in den drei großen Bekenntnissen der Christenheit (Apostolicum, Nicaeno-Constantinopolitanum, Athanasianum) und in der Erklärung der evangelischen Allianz von 1970 formuliert sind.
Eine umfassende Darstellung unserer Theologie findet sich in der Lehrschrift des Mülheimer Verbands freikirchlich-evangelischer Gemeinden: 'Was wir glauben, lehren und bekennen', Nürnberg 1963.
Darüber hinaus stehen wir zu folgenden Überzeugungen:
Im Blick auf das Kirchenverständnis:
Ein freikirchliches Gemeindeverständnis
Die Christus-Gemeinde ist ihrem Selbstverständnis nach eine evangelische Freikirche, d.h. unter anderem:
· Gemeindeglied wird man nur auf persönlichen Wunsch hin, freiwillig,
· die Gemeindearbeit finanziert sich aus den freiwilligen Spenden der Gottesdienstbesucher und Mitglieder, es werden also keine Beiträge erhoben,
· jedes Gemeindeglied versteht sich nach dem Prinzip des 'allgemeinen Priestertums der Gläubigen' als Mitarbeiter,
· ihrem theologischen Selbstverständnis nach ordnet sich die Paulus-Gemeinde den protestantischen Kirchen zu.
Die Gläubigentaufe und Kindersegnung
Die Gemeinde praktiziert die Gläubigentaufe, die auf Wunsch des Gläubigen hin vollzogen wird.
Sie anerkennt die Gewissensentscheidung eines Gläubigen, vor Gott und Mensch zur eigenen Kindertaufe zu stehen.
Kinder können im Gottesdienst der Gemeinde unter den Schutz und Segen Gottes gestellt werden.
Das Abendmahl
Die Christus-Gemeinde versteht das Abendmahl als Gedächtnis-, Gemeinschafts-, Bekenntnis- und Hoffnungsmahl.
Sie erwartet, dass Christus als der Herr der Gemeinde den Gläubigen durch das Wirken des Heiligen Geistes in der Feier des Mahles die Vergebung der Sünde zuspricht und ihn segnet.
Zum Abendmahl sind alle Gottesdienstbesucher eingeladen, die Jesus Christus als ihren Herrn anerkennen und mit ihren Mitmenschen in versöhnten Beziehungen leben.
Im Blick auf spezielle Aspekte in der Lehre vom Heiligen Geist:
Empfang und Fülle des Heiligen Geistes
Im Verständnis der Gemeinde hat jeder Christ bei seiner Wiedergeburt den Heiligen Geist empfangen. Durch ihn wohnt Christus im Gläubigen, und wer den Geist Christi nicht hat, ist nicht Sein.
Damit hat der Christ aber nicht unbedingt die 'Fülle' des Heiligen Geistes. Durch glaubendes Erwarten, Auslieferung an Christus und Gehorsam soll er sich ständig vom Geist Gottes erfüllen lassen, Epheser 5,18. Eine solche Erfüllung kann auch spontan geschehen. Sie geschieht aber selbst dann nicht 'ein für alle Mal', sondern ist nach dem Neuen Testament immer wieder nötig. Eine besondere Geisteserfahrung kann, muß aber nicht von der Manifestation von Gaben, z.B. dem Reden in fremden Sprachen, begleitet sein.
Ohne Gott eine bestimmte Art der Erfahrung vorzuschreiben, bitten wir alle Glieder der Gemeinde, sich nach der ständigen und vollen Erfüllung mit dem Geist Gottes auszustrecken. Das Gebet darum soll an vorderster Stelle stehen, denn ohne die volle Ausrüstung durch den Heiligen Geist sind Christsein und Dienst letztlich schwach und wirkungslos.
Zu den Gaben des Heiligen Geistes
Die Gemeinde anerkennt dankbar die vielfältigen Gaben Gottes in seinen Menschen, seien es 'praktische' Gaben oder die 'transrationalen' Gaben der neutestamentlichen Gabenlisten nach Römer 12, 1. Korinther 12 u.a. Sie kommen alle heute noch vor und wir sollen nach ihnen streben.
Dabei ist einerseits zu beachten, dass nicht alle Geistesgaben zu allen Zeiten gleichermaßen im Vordergrund zu stehen scheinen. Nach der schriftlichen Abfassung des Neuen Testaments z.B. redet Gott vor allem durch das gründliche Studium und die Lehre der Heiligen Schrift zu seiner Gemeinde. Das schließt aber nicht aus, dass Gott auch heute durch direkte, konkrete prophetische Weisung zu uns redet.
Andererseits sind wir davon überzeugt, dass jeder Christ vom Heiligen Geist eine oder mehrere Gaben empfangen hat, die er entdecken und praktizieren soll. Diese Ausübung geschieht nicht zur eigenen Profilierung, sondern zum Aufbau der Gemeinde. Sie ist der Leitung der Gemeinde untergeordnet. Jeder Gläubige muß darum bereit sein, sich prüfen zu lassen.
Zur Praxis: Da unser Gottesdienst stark öffentlichen Charakter hat, halten wir es für weise, die Gabe der Sprachenrede unter Beachtung biblischer Maßstäbe in kleineren Gruppen (Haus-, Gebetskreise, Lobpreisgottesdienste o.ä.) auszuüben, das Einverständnis der Gruppe vorausgesetzt.
Zu Krankheit und Heilung
Wir müssen versuchen, auch in Bezug auf diese Bereiche die biblische Weite und Spannung auszuhalten. Extreme sind schädlich!
Das heißt: Wir glauben, dass Gott direkt und auf glaubendes Gebet hin Menschen von körperlichen und psychischen Leiden heilen kann und will. Wir wollen um Heilung beten, und wir ermutigen alle Kranken, dieses Gebet in Anspruch zu nehmen. Art und Zeitpunkt der Hilfe überlassen wir Gott.
Ein Christ kann genauso durch den Dienst der Medizin, die mit wissenschaftlichen Methoden arbeitet, gesund werden, weil Gott in den Körper durch die Schöpfung Kräfte der Heilung gelegt hat.
Es gibt nach der Bibel auch die Möglichkeit, dass Gott beschließt, zum Besten des Menschen oder anderer, eine Krankheit oder Schwachheit nicht in dieser Welt zu heilen. Bei allem glaubenden Erwarten kennen wir darum keinen Heilungszwang.
Zu okkulten Einwirkungen und Befreiungsdienst
Wir glauben, dass dämonische Mächte Menschen beeinflussen und plagen können. Das kann auf verschiedene Art und Weise geschehen. Häufig verstärken sie bereits vorhandene Schwächen im geistlichen (Sünde), psychischen und körperlichen Bereich. Wir widerstehen und gebieten diesen Mächten im Namen Jesu, ohne alle unerklärlichen Probleme auf direkte dämonische Einwirkungen zurückzuführen. Die wichtigste Lehre über Dämonen ist die, dass sie besiegt sind! Wir bitten hier besonders um die Gabe der Unterscheidung der Geister, um noch besser dämonische Einwirkungen zu erkennen und von anderen Ursachen unterscheiden zu können.
Zur Praxis: Die Gemeinde ist der normale Rahmen, in dem für Heilung gebetet wird. Jeder Christ kann und darf grundsätzlich für Kranke beten. Daneben haben die Ältesten der Gemeinde und die Träger besonderer Heilungsgaben einen besonderen Auftrag in diesem Bereich. Das Gebet kann im Anschluß an eine Gemeindeveranstaltung oder auf besonderen Wunsch auch zuhause geschehen. Wir bemühen uns -evtl. unter Gebet und Fasten- zu erkennen, welche Ursachen ein hartnäckiges körperliches oder psychisches Leiden hat. Wenn Anzeichen dämonischer Einwirkung vorhanden sind, gebieten wir den Mächten und setzen den Kranken frei im Namen Jesu. Das kann auch mehrere Male nötig sein und geschieht vorwiegend durch die Ältesten bzw. Gabenträger oder bestätigte Seelsorger.
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