Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband und
Mülheimer Verband Freikirchlich - Evangelischer Gemeinden
äußern sich gemeinsam zur "Berliner Erklärung" von 1909
100 Jahre nach Verabschiedung der „Berliner Erklärung“ von 1909 veröffentlichen der Evangelische Gnadauer Gemeinschaftsverband und der Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden eine gemeinsame Erklärung zu diesem Dokument.
100 Jahre sind kirchengeschichtlich einerseits kein langer Zeitraum, andererseits sind es bereits die Urenkel der Unterzeichner der „Berliner Erklärung“ von 1909, die heute in der Gemeinde Jesu Verantwortung tragen.
Beide Wahrnehmungen haben uns begleitet in dem Prozess, der zu dieser gemeinsamen Erklärung von Gnadauer und Mülheimer Verband geführt hat. Da sind die Jungen in unseren Gemeinden, die von der „Berliner Erklärung“ nichts mehr wissen, und vor Ort gern und fröhlich mit anderen Christen welcher Couleur auch immer zusammen arbeiten. Aber da sind auch die Alten, die die trennende Wirkungsgeschichte dieser Erklärung zum Teil im eigenen geistlichen Verantwortungsbereich noch erlebt haben.
Durch die „Berliner Erklärung“ kam ein Riss in die Gemeinschaftsbewegung. Der heutige Mülheimer Verband, der ursprünglich Teil der Gemeinschaftsbewegung war, begann sich nach 1909 als Pfingstbewegung zu formieren, obwohl die Väter unserer Bewegung auch später lange Zeit keine Freikirche sein wollten, sondern die Wieder - Vereinigung im Rahmen der Gemeinschaftsbewegung wünschten.
Für den Mülheimer Verband möchte ich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich formulieren, was uns seit Jahrzehnten wichtig ist: Wir wünschen uns ein wohlwollendes und segnendes Miteinander von Christen in unterschiedlichen Kirchen, Freikirchen und Gemeinschaften unter Jesus, als dem gekreuzigtem und auferstandenen HERRN seiner Gemeinde. Wir sind dankbar, was hier in Deutschland in den letzten Jahrzehnten gewachsen ist, gerade auch im Miteinander von Christen evangelikaler und pfingstlich-charismatischer Prägung, um diese oft nicht hilfreichen „Schubladen“ an dieser Stelle noch einmal zu bedienen.
Wir freuen uns über ein heute selbstverständliches freundschaftliches Miteinander gerade auch mit Schwestern und Brüdern aus dem Gnadauer Verband – in zwischenkirchlichen Begegnungen und Gremien, in der Zusammenarbeit bei Projekten und auf lokaler Ebene. Ich hoffe, dass diese gemeinsame Erklärung 100 Jahre später genau diese Entwicklung weiter fördert.
Gemeinsame Erklärung (Download)
Ekkehart Vetter